Weihnachten 2020

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Predigt zu „Maria durch ein' Dornwald ging.“ von Pfarrerin Claudia Wolf

Liebe Gemeinde,

in dieser besonderen Adventszeit 2020 habe ich mich an ein Lied erinnert, das ich als Kind oft gesungen habe. „Maria durch ein' Dornwald ging.“ Dieses Lied, das ursprünglich ein Wallfahrtslied war, handelt von Maria. Wir erinnern uns: Der Engel Gabriel kam zu Maria und kündigte ihr die Geburt Jesu an. Und Maria? Was tut sie, was sagt sie? Sie fragt den Engel: „Wie kann das gehen?“ Aber dann fügt sie sich in den Willen Gottes, demütig. „Mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Aber das heißt nicht, dass sie sich nicht doch Gedanken gemacht hat. Dass sie nicht doch innerlich bewegt war. Und so setzt sie sich auch äußerlich in Bewegung und besucht ihre Verwandte Elisabeth, von der der Engel gesagt hatte, dass auch sie ein Kind erwartet. Das Lied „Maria durch ein' Dornwald ging“ beschreibt diesen Weg zu Elisabeth.

Maria durch ein' Dornwald ging.
Kyrie eleison!
Maria durch ein' Dornwald ging,
der hatte in sieben Jahr'n kein Laub getragen!
Jesus und Maria.

Maria geht also aus ihrer Heimatstadt Nazareth nach Juda zu ihrer Verwandten Elisabeth. Dabei kommt sie durch einen Dornenwald. Gut möglich, dass sie tatsächlich durch dorniges Gestrüpp gehen musste. Vor allem aber ist „der Dornenwald“ ein Bild: Maria machte sich viele Gedanken als sie unterwegs war. Dornige Gedanken, die wir selbst so ähnlich auch kennen:  „Warum betrifft das ausgerechnet mich? Was soll nur werden? Wie soll es mit mir weitergehen?“ Die Gedanken sind wie Dornen, sie lassen ihr keine Ruhe, sie schmerzen und piksen sie die ganze Zeit. Maria ist unruhig und ängstlich gerade so wie wir auch in dieser Zeit unruhig sind und ängstlich. Aber sie geht weiter. Und auch das ist für uns wichtig: Weitergehen, trotz quälender Gedanken, weitergehen mit Gottvertrauen. Maria baut darauf, dass Gott sie trotz allem begleitet und behütet. Und das gibt ihr Kraft. So wie Maria sollten wir auch versuchen, durch diese Zeit gehen.

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison!
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

Maria ist nicht allein unterwegs, sie trägt ihr Kind unter dem Herzen. Der Engel hatte ihr gesagt, sie solle ihn Jesus nennen. Jesus, das weiß Maria, heißt: Retter. Sie trägt den Retter unter ihrem Herzen, ihren Retter und den Retter der ganzen Welt.  Sie ist mit ihren Sorgen nicht allein. Ja, mehr noch: Der Retter, der von den Sorgen und Ängsten befreien kann, ist schon unterwegs. Die Hoffnung wächst in ihr.

Da haben die Dornen Rosen getragen;
Kyrie eleison!
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen!
Jesus und Maria.

Die Verwandlung geschieht. Die Dornen verschwinden zwar nicht – aber der Dornwald beginnt zu blühen. Neben den Sorgen und Zweifeln von Maria knospt es schon auf. Was tot erschien, unfruchtbare, sinnlose Gedanken, verwandelt sich in Leben, sobald das ungeborene Kind, Jesus, in seine Nähe kommt. 

So wie Jesus als Erwachsener Menschen von ihren Krankheiten heilt, so wie Jesus letztlich den Tod überwindet, zu Ostern. 

Ein Wallfahrtslied, ein Adventslied, ein Osterlied. Ein Lied von der Hoffnung angesichts widriger Umstände und lebensfeindlicher Bedingungen. Ein Lied wie das Leben. 

Denn Dornwälder kennen wir alle in unserem Leben: Zweifel, Sorgen, düstere Gedanken, das gehört einfach dazu -  zum Leben und  Zweifel, Sorgen, düstere Gedanken begleiten uns besonders in dieser Weihnachtszeit im denkwürdigen Jahr 2020. Und dieses Gefühl, dass es sich nicht mehr ändern wird, kennen viele von uns – sieben Jahre ohne Laub! Da kommt doch nichts mehr. Trotz der Ankündigung, dass mit dem Impfstoff ab dem Jahreswechsel alles besser wird; irgendwie hinkt unsere Seele hinterher und wir haben das Gefühl, es geht ewig so weiter mit Kontaktbeschränkungen usw. 

Fürwahr - es ist ein Dornenwald, durch den wir alle jetzt gehen. Die einen mehr, die anderen weniger. Aber Kratzer tragen wir alle davon.

Aber schauen wir auf Maria, schauen wir auf das Lied: Da kommen Rosen hervor! Schauen wir auf diese Rosen in unserem Leben, sie sind da, auch, wenn wir manchmal das Gefühl haben, dass die Dornen sie überwuchert haben. Sie sind da! Suchen wir nach den Rosen! Ganz besonders in dieser Weihnachtszeit 2020. Suchen wir nach dem Hellen, dem Froh-Machenden, dem Tröstenden. Es ist da. Die Knospen sind da und wollen erblühen.

Und lassen wir uns nicht den Mut nehmen. Ja, noch sind wir unterwegs, auf dem Weg nach Weihnachten. Aber wir sind gewiss, der Tag wird kommen, das Wunder der Weihnacht wird kommen: Wenn der Retter geboren wird, wenn der Himmel die Erde berührt, wenn das Licht die Finsternis durchbricht, wenn die Dornen Rosen tragen.

Amen

Kalendertürchen - Weihnachtsgruß von Pfarrer Michael Gärtner

die Lieder aus dem Krippenspielvideo nochmal zum Nachhören

„Die Weissagung"

„Fürchtet Euch nicht"

„Ihr Kinderlein kommet"

„Es ist ein Ros entsprungen"

„Hört der Engel..."

„Kommet Ihr Hirten"

„Oh du Fröhliche"

„Vom Himmel hoch …“

„Ich steh an deiner Krippe hier"

"Stille Nacht"

weitere Orgelvideos von unserem KMD Michael Pöche zur Verfügung gestellt

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